Wenn sich die Haut weniger elastisch anfühlt, feine Linien sichtbarer werden oder der Glow nicht mehr ganz derselbe ist, kann es schwer sein zu wissen, welche Behandlung man wählen soll. Zwei beliebte Möglichkeiten sind rotes LED-Licht und Retinol.
Beide können in einer Hautpflegeroutine gegen sichtbare Alterserscheinungen wertvoll sein, aber sie wirken auf sehr unterschiedliche Weise. Retinol ist ein aktiver Hautpflege-Wirkstoff, während rotes Licht eine sanfte Behandlung ist, bei der die Haut bestimmten Wellenlängen von Licht ausgesetzt wird.
Für viele muss die Wahl deshalb nicht entweder das eine oder das andere sein. Das Wichtigste ist, eine Routine zu finden, mit der sich die Haut wohlfühlt und die du regelmäßig nutzen kannst.
Rotes Licht im Vergleich zu Retinol: Was ist der Unterschied?
Retinol ist eine Form von Vitamin A und findet sich typischerweise in Serum oder Creme. Es wird unter anderem genutzt, um die Struktur der Haut zu verbessern, und kann mit der Zeit feine Linien, Pigmentflecken und einen ungleichmäßigen Hautton weniger sichtbar machen.
Gleichzeitig ist Retinol ein relativ aktiver Wirkstoff. Besonders am Anfang kann die Haut mit Trockenheit, Rötung, Schälung oder Reizung reagieren.
Rotes LED-Licht wirkt anders. Hier wird kein aktiver Stoff auf die Haut aufgetragen. Stattdessen werden sichtbares rotes Licht und oft nahinfrarotes Licht genutzt, die die natürlichen Prozesse der Haut unterstützen können.
LED-Behandlung ist nicht dasselbe wie UV-Licht und soll die Haut nicht erwärmen oder verbrennen. Das Ziel ist typischerweise, eine gleichmäßigere, elastischere und frischere Haut mit der Zeit zu unterstützen.
Der wesentlichste Unterschied ist also, dass Retinol die Zellerneuerung der Haut aktiv beeinflusst, während rotes Licht eine nicht-invasive Behandlung ist, die sanfter in die Hautpflegeroutine passt.
Was kannst du von Retinol erwarten?
Retinol kann eine gute Wahl sein, wenn du vor allem an Folgendem arbeiten möchtest:
- feine Linien und sichtbare Alterserscheinungen
- ungleichmäßige Hautstruktur
- Pigmentveränderungen
- verstopfte Poren und Unreinheiten
Die Ergebnisse kommen schrittweise. Bei den meisten braucht es mehrere Wochen regelmäßiger Anwendung, bevor die Haut anders auszusehen beginnt.
Wenn du Retinol vorher nicht genutzt hast, ist es eine gute Idee, vorsichtig zu beginnen. Fang zum Beispiel mit einer niedrigen Konzentration an ein paar Abenden pro Woche an und steigere langsam, wenn die Haut es verträgt.
Eine Feuchtigkeitscreme kann helfen, Trockenheit und Reizung zu verringern.
Wenn du Retinol nutzt, ist Sonnenschutz am Tag besonders wichtig. Die Haut kann empfindlicher werden, und deshalb sollte ein breitbandiger SPF ein fester Teil der Morgenroutine sein.
Hast du sehr empfindliche Haut, Rosazea, Ekzeme oder eine geschwächte Hautbarriere, solltest du besonders vorsichtig vorgehen.
Von Retinol und anderen auf Vitamin A basierenden Hautpflegeprodukten wird während der Schwangerschaft normalerweise abgeraten. Bist du schwanger oder stillst, solltest du im Zweifel einen Arzt oder anderes Fachpersonal fragen.
Was kannst du von rotem LED-Licht erwarten?
Rotes LED-Licht ist besonders interessant für dich, wenn du eine Hautpflegebehandlung mit geringem Risiko für Reizung möchtest.
Viele nutzen rotes Licht als Teil ihrer Routine, um Folgendes bei der Haut zu unterstützen:
- Glow
- Elastizität
- Festigkeit
- gleichmäßiges Aussehen
Es kann auch eine gute Alternative für Personen sein, die starke Wirkstoffe nicht besonders gut vertragen.
Wie bei Retinol erfordert die LED-Behandlung Regelmäßigkeit. Eine einzelne Behandlung bringt normalerweise keinen deutlich sichtbaren Unterschied. Es ist die konsequente Nutzung über die Zeit, die wichtig ist.
Die LED-Maske wird normalerweise auf sauberer und trockener Haut angewendet, bevor Serum, Creme oder Öl aufgetragen wird.
Befolge immer die empfohlene Behandlungszeit für das LED-Gerät, das du nutzt. Längere Behandlung ist nicht unbedingt besser.
Wer sollte was wählen?
Retinol kann die naheliegende Wahl sein, wenn dein primäres Ziel ist, gezielt an Pigmentierung, feinen Linien, Unreinheiten oder ungleichmäßiger Hautstruktur zu arbeiten, und deine Haut Wirkstoffe verträgt.
Rotes LED-Licht kann eine gute Wahl sein, wenn du eine angenehmere und sanftere Behandlung möchtest, die sich leicht regelmäßig zu Hause nutzen lässt.
Hast du empfindliche Haut, bedeutet das nicht unbedingt, dass du Retinol nie nutzen kannst. Aber es kann von Vorteil sein, sich zuerst auf die Hautbarriere zu konzentrieren und dann Wirkstoffe schrittweise einzuführen.
Hier kann rotes LED-Licht leichter in die tägliche oder wöchentliche Routine zu integrieren sein.
Bei starker Akne, Melasma, Rosazea oder anderen Hautproblemen ist es eine gute Idee, individuelle Beratung einzuholen, bevor du größere Änderungen an der Hautpflege vornimmst.
Kann man rotes Licht und Retinol zusammen nutzen?
Ja. Für viele funktionieren rotes Licht und Retinol gut in derselben Hautpflegeroutine.
Weil sie auf unterschiedliche Weise wirken, können sie sich auch ergänzen.
Wenn du gerade erst anfängst, kannst du zum Beispiel rotes LED-Licht auf sauberer Haut nutzen und mit einer milden Feuchtigkeitscreme abschließen. Retinol kann an anderen Abenden genutzt werden.
So kannst du leichter sehen, wie die Haut reagiert.
Wenn sich die Haut an beides gewöhnt hat, können manche auch LED-Licht und Retinol am selben Abend nutzen. Befolge aber immer die Anleitung deines LED-Geräts und reduziere die Nutzung, wenn die Haut rot, spannend wird oder zu schälen beginnt.
Retinol muss auch nicht unbedingt jeden Abend genutzt werden. Für viele reichen ein paar Mal pro Woche.
Eine einfache Hautpflegeroutine zu Hause
Am Morgen: milde Reinigung, Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutz. SPF ist besonders wichtig, wenn du Retinol nutzt, aber täglicher Sonnenschutz ist generell eine der wichtigsten Gewohnheiten, wenn du sichtbaren Alterserscheinungen vorbeugen möchtest.
Am Abend: An LED-Tagen wird rotes Licht auf sauberer und trockener Haut genutzt, vor dem Rest der Hautpflege. An Retinol-Abenden wird eine kleine Menge Retinol aufgetragen, gefolgt von einer Feuchtigkeitscreme.
Vermeide es, mehrere starke Wirkstoffe auf einmal einzuführen. Retinol kombiniert mit zum Beispiel starken Säuren und Peeling kann zu belastend für die Haut werden.
Die beste Hautpflegeroutine ist nicht unbedingt die intensivste. Regelmäßigkeit, Feuchtigkeit und Geduld sind oft wichtiger, als möglichst viele aktive Behandlungen zu nutzen.